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Seltener Eulennachwuchs in Falknerei

Drei Jungtiere schlüpften in Rintheim I Zwei werden nun für das Flugprogramm trainiert

Von unserem Redaktionsmitglied TinaKampf

Etwas tapsig sind die Kleinen – und eine kleine Sensation dazu. In der in Rintheim ansässigen Falknerei Karlsruhe ist es nun gelungen, die äußerst seltenen São Tomé-Schleiereulen nachzuzüchten. Weltweit
zum ersten Mal erreicht wurde dies wohl im Jahr 2010 in Bayern, erklärt Pierre Kuhlmann von der Karlsruher Falknerei. Und jetzt eben auch in der Fächerstadt. Diese Eulen seien endemisch, sie kämen also in der Natur nur auf São Tomé vor, einer Insel westlich von Afrika im Golf von Guinea gelegen. "Vor Ort sind sie sehr selten
und besonders gefährdet durch Lebensraumvernichtung und Pestizideinsatz", versichert Kuhlmann. Und in europäischen Zoos, Tierparks oder Falknereien würden diese Tiere auch nur sehr selten gehalten. Die Karlsruher Falknerei – in der unter anderem drei Falken leben – nahm im vergangenen Jahr ein Zuchttrio bei sich auf, zwei Weibchen und ein Männchen, die jetzt erstmals drei weibliche Jungtiere ausbrüteten. Nach wenigen Tagen wendete sich die Mutter jedoch ab, erzählt Kuhlmann, der mit seiner Partnerin die Jungtiere in der Folge aufwendig von Hand fütterte. 

Eintagesküken, kleine Mäuse oder Wachteln verputzen die seltenen Eulen beispielsweise. Wobei inzwischen nur noch zwei in der Falknerei leben. Das dritte Tier wurde an die Deutsche Greifenwarte Burg Gutenberg bei Heilbronn gegeben. "Das Beeindruckende an dieser Eulenart ist, dass die Tiere fast schwarz sind, während die meisten anderen Schleiereulenarten auf der Welt cremefarben bis weiß sind", erklärt Kuhlmann. Da die Tiere sehr scheu seien, könnten sie tagsüber nur per Videokamera an ihren Schlafplätzen beobachtet werden. "Die zwei in Karlsruhe verbliebenen Jungtiere werden in den kommenden Wochen für das Flugprogramm trainiert", erzählt Kuhlmann; "Somit können neben einer weißen auch bald zwei schwarze Schleiereulen im freien Flug präsentiert werden." Um eine Verwechslung mit einer anderen Schleiereulenart, oder einer Schwarzfärbung, dem sogenannten Melanismus, sicher auszuschließen, solle ein genetischer Vergleich noch absolute Gewissheit bringen.

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