Häufig kommt es vor, dass wir kranke oder verletzte Greifvögel und Eulen bekommen um sie aufzupäppeln und wieder in die Freiheit zu entlassen. Auch junge Tiere, die großgezogen und auf ein Leben in freier Wildbahn vorbereitet werden müssen, landen bei uns.
Oft ist es leider so, dass Kranke oder Verletzte eingeschläfert und von ihrem Leid erlöst werden, nämlich dann, wenn die Chance, dass sie sich draußen wieder behaupten können zu gering ist. Es ist immer sehr schwierig zusammen mit dem Tierarzt diese Entscheidung zu
treffen, jedoch wird sie stets im Sinne des Tieres getroffen. Eine gebrochene Schwinge beispielsweise kann durchaus operiert werden, allerdings wird sie meist nicht mehr den Anforderungen gerecht werden, die draußen, wenn es um fressen und gefressen werden geht,
an sie gestellt werden. Die Maxime unter der ein Findling wieder zurück in die Freiheit geschickt wird, ist immer die, dass er hundertprozentig fähig ist, sich wieder alleine zu versorgen. Das heißt, er muss in der Lage sein, zu jagen.
Zwischen 30 und 40% derer die zu uns kommen schaffen es und werden nach erfolgreicher Genesung wieder ausgewildert. Zunächst mag man der Meinung sein, dass dies sehr wenig ist.
Man muss jedoch bedenken, dass alle die zu uns kommen da draußen bereits einmal gescheitert sind, denn sonst wären sie nicht in unserer Obhut.
Uns bleibt letztlich als Lohn unserer Mühen das Bewusstsein, dass wir jedes mal wenn wir eines dieser Tiere in seinen natürlichen Lebensraum entlassen Mutter Natur ein Stück ihrer selbst zurückgeben dürfen!

